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Saalhauser Bote Nr. 24, 1/2009
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Josefa Berens-Totenohl verstarb vor 40 Jahren

von F.W.Gniffke


Anlässlich des 40. Todestages unserer Malerin und Schriftstellerin Josefa Berens-Totenohl gab ich ihren Namen im Internet in die Google-Suchmaschine ein und hatte dort viele Treffer.

Wir vom Team des Saalhauser Boten arbeiten zurzeit an einer Präsentation mit dem Titel: Josefa Berens-Totenohl, eine ungewöhnliche Frau: Die Malerin, die Schriftstellerin, die außergewöhnliche Persönlichkeit in ihrer Zeit, die Schriftstellerin zwischen Ideologie und politischer Naivität

Wenn wir diese Präsentation fertig haben, werden wir sicher die Wikipedia- Beiträge ergänzen. Wir greifen bei unserer Arbeit auf die Diplomarbeit einer Studentin der Uni Osnabrück zurück. Sie schreibt dort in ihrer Zusammenfassung:

„Die Auseinandersetzung mit ihren Werken kann unter dem Blickwinkel politischer und gesellschaftlicher Wachsamkeit durchaus sinnvoll sein. Um eine Zeit zu verstehen und angemessen zu beurteilen, ist die Auseinandersetzung mit der Literatur dieser Zeit unerlässlich. Sicher sind außerdem Vorsicht und Sensibilität geboten bei der Beurteilung von Menschen, die im Nationalsozialismus ihr Leben gestalten mussten. Sehr leicht wird aus der Beurteilung eine kompromisslose ”Verurteilung”. Wir sind geneigt, aus unserer sicheren, entfernten und vielleicht auch anerzogenen Sicht, diese Menschen in eine Schublade mit der Aufschrift: „schlechter Mensch" zu stecken. Diese Handhabung ist einfach, tröstlich und erleichtert das Gewissen, denn sie erfordert keine kritische Einbeziehung der eigenen Person. Aus diesem Grund hatte ich anfangs große Probleme einzugestehen, dass mir der Mensch Josefa Berens-Totenohl in einigen Punkten sogar sympathisch ist und mir ihre Handlungen nachvollziehbar erscheinen. Persönlich zu begreifen, dass der Nationalsozialismus nicht nur von Verbrechern, Fanatikern und der schweigenden Mehrheit verantwortet werden muss, sondern auch von „normalen" Menschen mit teilweise durchaus achtbaren Absichten, ist eine sehr erschreckende Erkenntnis.

Wo aber liegt die Schuld? Wo beginnt das Verbrechen? Und wer ist ohne Schuld? Aus der sicheren Position der Nachgeborenen lässt sich leicht ein Urteil fällen. Aber wäre man selbst auch schuldlos geblieben, wenn man in dieser Zeit gelebt hätte?”

Soweit das Zitat aus der Diplomarbeit, die uns vor liegt. Lesen Sie nun den Text, den wir in „Wikipedia” fanden: -aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie- Josefa Berens-Totenohl (* 30. März 1891 in Grevenstein, Sauerland, † 6. Juni 1969 in Meschede) war eine deutsche Schriftstellerin und Malerin. Sie wurde als Tochter eines Schmieds geboren. Zuerst erlernte sie den Beruf der Lehrerin, arbeitete aber später als Schriftstellerin und Malerin und fertigte kunstvolle Wandteppiche. Im Jahr 1931 trat sie der NSDAP bei. Für ihre Romane Der Femhof und Frau Magdlene - Prototypen der nationalsozialistischen Blut-und-Boden-Dichtung - erhielt sie 1935 den mit 10.000 Reichsmark dotierten Westfälischen Literaturpreis. Von dieser Einnahme erfüllte sie sich den Wunsch, ihren eigenen „Femhof” zu bauen. Ihre nachfolgenden Romane Der Fels und Im Moor waren nicht so erfolgreich. Nach dem Zweiten Weltkrieg verarmte sie und starb schwer krank am 6. Juni 1969 in Meschede. Sie wurde in Lennestadt-Saalhausen begraben – ganz in der Nähe ihres „Femhofes”, der auf einem Felsen über dem Gleiertal steht.

Werke:

  • Der Femhof, Roman (1934)
  • Frau Magdlene, Roman (1935)
  • Das schlafende Brot, Gedichte (1936)
  • Eine Dichterstunde, zusammengestellt von Kurt Ziesel (1937)
  • Die Frau als Schöpferin und Erhalterin des Volkstums (1938)
  • Einer Sippe Gesicht (1941)
  • Der Fels, Roman (1943)
  • Im Moor, Roman (1944)
  • Heimaterde (1944)
  • Der Alte hinterm Turm, Dorfgeschichten (1949)
  • Die Stumme, Roman (1949)
  • Die goldenen Eier, Kindermärchen (1950)
  • Antwort der Herzen, Anthologie (1951)
  • Die Liebe des Michael Rother (1953)

Daneben verfasste sie auch die Einleitung zu Helmut Domkes Westfalen. Land der roten Erde (1955).


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