Saalhauser Bote Nr. 32, 1/2013
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Im Gespräch mit Karl-Heinz Oberstadt zur Geschichte der Antennengemeinschaft

von F.W.Gniffke

Im März 1990 hatte der WDR über die Rundfunk- und Fernsehverkabelung berichtet und dabei hatte der Pressesprecher der Oberpostdirektion nichts davon gesagt, wie tief der Bürger in die Tasche greifen muss und wie schwierig es mit der Versorgung auf dem Lande ist. Auch hatte er nicht erwähnt, wie stark die Konkurrenz durch Satellitenanschlüsse sei. Karl-Keinz Oberstadt hatte sich daraufhin beim WDR gemeldet und so fand im selben Monat ein Interview mit ihm statt. Berichten sollte er über das Projekt „Helle West”, aus dem sich die Antennengemeinschaft Saalhausen entwickelte.

Nach seiner Verabschiedung als langjähriger Vorsitzender dieses segensreichen Vereins für unser Dorf wollten wir vom Saalhauser Boten Karl-Heinz Oberstadt zur Geschichte des Antennenvereins interviewen. (siehe: Bote Nr. 31, 2/2012, S. 40 ) Auf unseren Wunsch angesprochen, brachte er uns eine Menge Material für unser Archiv.

„Dieses Interview, das wir dem WDR gaben, erzählt einiges über die Entstehungsgeschichte der Antennengemeinschaft, und wenn ihr dann noch Fragen habt, kann ich Euch ja noch was erzählen,” war der Kommentar von Karl-Heinz zu einer CD mit dem Mitschnitt. Mit interviewt wurden damals: Alfons Neuhäuser, Marianne Neuhäuser, Heribert Lück und Brigitte Hyss.

Hier nun eine Zusammenfassung des Interviews:

90 Prozent der Saalhauser machen bei dem Projekt mit, hatte Karl-Heinz stolz dem WDR verkündet und so schickten sie Hanno Kross nach Saalhausen. In seiner Anmoderation wies der Reporter darauf hin, dass für einen Anschluss bei der Post 675 DM plus Einmalzahlung 400 DM fällig würden und gleichzeitig, so habe es Karl- Heinz in Erfahrung gebracht, sei vor 1993 nicht mit einer Verkabelung zu rechnen. In einer durchaus ernstgemeinten Bierlaune habe man eine Gemeinschaft gegründet und bei der Bundespost eine Einzelantenne mit Empfangseinrichtung für Satellitenkommunikation beantragt. Dies wurde

ermöglicht, da die Post kein Monopol besitzt. Man zahlte nun nur eine einmalige Gebühr von 400 DM an den Verein und nicht wie bei der Post 12,90 DM, sondern nur 3,00 DM monatlich. Es wurde hervorgehoben, dass die Gemeinschaft 10 Programme mit bester Qualität liefert mit der Tendenz zu mehr Programmen. Eingeschoben sei hier eine Info aus der Homepage für heute: www.antennengemeinschaft.de Eine dorfübergreifende Vernetzung der Orte / Ortsteile Saalhausen mit Gleierbrück, Störmecke und Haus Hilmeke. Im Kabel werden 33 analoge Fernsehprogramme, diverse Rundfunkprogramme sowie über 100 unverschlüsselte (und diverse verschlüsselte) digitale Fernsehsender und verschiedenste Radioprogramme übertragen. Dazu kommt ein ständig aktualisierter Dorftext (Videotext) mit Präsentationen und Informationen für Einwohner und Gäste im Ort.

An Erweiterungen und Verbesserung des Empfangs wird ständig gearbeitet. Die analogen Sat-Signale sind am 30. April 2012 abgeschaltet worden. Mit der Antennengemeinschaft sind Sie auf der sicheren Seite:

Weiter berichtete Karl-Heinz in dem Interview, dass er viele Nachfragen aus Nachbardörfern bekommen habe. Wichtiger Grund für den Verein war auch die Tatsache, dass man verhindern wollte, dass auf jedem Dach eine Schüssel prangt. „Wir haben nur eine Schüssel und die Kosten verteilen sich auf viele.”

Nach dem Erhalt der Genehmigung war sehr viel Eigenarbeit zu leisten. Es mussten Kabel von der gemeinsamen Antenne zu den einzelnen Haushalten gelegt werden.

Man ging davon aus, dass sich neben der vielen ehrenamtlichen Arbeit die Projektkosten von 85000 DM in drei Jahren amortisieren würden und das tat es ja bekanntlich auch.

Karl Heinz Oberstadt bei seiner letzten Jahreshauptversammlung 2012

Heute ist diese Gemeinschaft nicht mehr wegzudenken. Allen der ersten Stunde und den vielen, die heute für beste Qualität sorgen, ein herzliches Dankeschön und ganz besonders dem nun in „Pension” gegangenen ehemaligen 1.Vorsitzenden und Gründer Karl Heinz Oberstadt.

Erwähnt werden muss, dass sich etwa zeitgleich im Unterdorf eine eigene Gemeinschaft gegründet hatte, die dann mit „Helle West” zur „Antennengemeinschaft Saalhausen e.V.” fusionierte.




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